Keramik im T

Am Donnerstag, dem 17. Juli, um 19 Uhr, wird in den Räumlichkeiten des THotels die Ausstellung Keramik im T, unter der Leitung von Antonello Cuccu, eröffnet.


Diese Ausstellung ist Giulia Sanna Follesa di Assemini gewidmet, die sich mit der Keramik notdürftig ihren Unterhalt verdiente.

Da sie keine Fortbewegungsmittel besaß, kam sie zu Fuß nach Cagliari, voll bepackt mit schweren Keramikprodukten, die sie verkaufen wollte.
Sie konnte auf ihrem Kopf, unterstützt durch den harten Stoff tirìbi, vier, mit einer Schnur zusammengebunde, Krüge tragen; an jedem Arm, durch die Handgriffe hindurchgesteckt, trug sie zwei weitere Krüge; und mit den Händen konnte sie schließlich noch sechs kleinere Krüge fassen.
Ihre Figur soll an dieses harte, stumme und anonyme Handwerk erinnern und ihm seinen gebührenden Wert zukommen lassen. Ein Handwerk, das bis in die Nachkriegszeit die Keramikrealität Sardiniens gekennzeichnet hat.

JA/NEIN
Bejahung oder Negierung des Gebrauchsgegenstandes in der zeitgenössischen Keramik Sardiniens.

Keramik im T bietet ein Bild der modernen sardischen Keramikherstellung durch die Figuren und Werkstätten, welche die Geschichte der Keramik in den letzten fünfzig Jahren beeinflusst haben.
Hundertzwanzig Werke, um die Grenze zwischen der Annahme (Ja) oder der Aufhebung (Nein) der Zweckmäßigkeit der Keramikmanufaktur zu erkennen. Dieser Zwiespalt war und ist das Hauptthema der Diskussion auf diesem Gebiet.
Bejahung - Das Keramikprodukt wird zwar durch einen künstlerischen Mehrwert bereichert, behält jedoch grundsätzlich die Funktion eines Nutzgegenstandes für den Alltag bei; es wird somit abgenutzt und verliert definitiv seine Funktion, wenn es kaputt geht oder ersetzt wird.
Teller, Geschirr, Einrichtungsgegenstände, Töpferwaren, Körperschmuck, architektonische Ausstattungsgegenstände, dies alles bildet zusammen die weit gefächerte Keramikherstellung, großzügig in ihren Anwendungs- und Nutzungsbereichen, im ständigen Kontakt mit den Händen.

Negierung - Die Absicht des Keramikers ist es, seinen Werken einen rein künstlerischen Ausdruck zu verleihen und sie somit von der Voraussetzung der Nützlichkeit zu befreien, die somit „überflüssig" wird.
Das Keramikobjekt wird also nicht mehr als Alltagsgegenstand betrachtet, sondern übernimmt nun eine rein schmückende Funktion: Vasen, Krüge und Teller werden soweit bearbeitet und verändert, dass sie zu Skulpturen oder zur Zierde werden, welche die künstlerische Sensibilität des Beobachters ansprechen sollen.
Die Idee ersetzt die Technik, und der Künstler den Keramiker.

Keramik im T ist ab Donnerstag, dem 17. Juli, bis Sonntag, dem 19. Oktober, täglich von 9 bis 23 Uhr für das Publikum geöffnet.
Der Eintritt ist frei.